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Ein ganz besonderer Abend

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Es war ein Abend wie wohl kein zweiter. Keiner, den es bei Vorwärts je gegeben hat und wohl auch keiner der noch kommt, kann so schnell das schlagen, was am Samstag und Sonntag in der Stadthalle passierte.

Die Tore zu den heiligen Hallen direkt neben unserer sportlichen Heimat, dem Lindensportplatz, öffneten sich zuerst um 18:30 Uhr. Die Ehrengäste unter ihnen Vereins- und Verbandsvertreter, Sponsoren und natürlich der Bürgermeister trafen sich zur Begrüßung und zum ersten Plausch. Eine lockere Atmosphäre, bei der die Zeit bis zum Programmstart wie im Flug vergehen sollte. So merkte wohl kaum jemand, dass um 19 Uhr die Türen soweit öffneten wie nur irgend möglich um die über 800 weiteren Gäste in die Halle zu lassen. Ein Andrang, der den Eingangsbereich schnell füllte.

Spätestens beim Beschreiten der letzten Treppenstufen dürfte dann auch dem letzten klar geworden sein: Die haben großes vor. Jede Menge Licht und Tontechnik auf der Bühne, Sitz- und Stehplätze in schwarz, weiß und gold, soweit das Auge reicht. Schließlich die Leinwand in Dimensionen, wie man sie sonst nur aus Stadien kennt. All das Bot eine eindrucksvolle Kulisse.

Um 20 Uhr, dunkelte sich der Saal ab und Musik und Licht hatten ihren ersten großen Auftritt. Es war der Vorsitzende der da zu „He’s a pirate“ aus dem Nebel auf die Bühne schritt. „Wow ist das ein Anblick!“ Kam es wahrscheinlich nur so über ihn, bei dem Blick auf über 1000 Menschen in der proppenvollen Stadthalle. Er hatte kaum im Rampenlicht platzgenommen, da rief er den zweiten Martin auf die Bühne. Martin Mall sollte nicht nur durch das Programm führen, sondern auch noch selbst seine sportlichen Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Erst war aber Zeit für den Bürgermeister. Dr. Alexander Berger musste nicht nur feststellen, dass Vorwärts ein Verein mitten im Herzen der Stadt war, er ging einen Schritt weiter: „Hier findet jeder seinen Platz. Das ist mehr als ein Verein. Das ist Heimat, ein Stück Familie.“ Ein Stück Familie, dass der erste Bürger unserer Stadt selbst seit einiger Zeit hautnah mit seinen Söhnen miterlebt. Einfach Vorwärts eben.

Ein weiterer Redner war leider verhindert. Martin Hummels, Vorsitzender des Stadtsportverbandes, schickte dennoch Grüße. Per Video direkt – und quasi live – aus Tirol. Es folgte eine Darbietung, die ihres gleichen sucht. Moderator Martin Mall jonglierte mit allem was sich bei Vorwärts so finden lässt. Vom Ball bis zum Regenschirm. Schließlich schwang er die Diabolos, als die dann auch noch leuchteten war der nächste Höhepunkt erreicht.

Nach diesem Spektakel brauchte der Moderator erst einmal eine Pause. Kein Problem, schließlich wartete noch ein frisch gebackenes Vorwärts-Mitglied. Willi Stroband, ebenfalls per Video eingespielt, gratulierte zum Jubiläum. Dann betrat der Vorsitzende erneut die Bühne. Mit einer Frage: „Was sollen die Leute mit nach Hause nehmen?“ Die Antwort? Natürlich: „Vorwärts ist ein richtig geiler Verein.“ War sein Credo und mit einem kleinen Augenzwinkern ging es weiter: „Vorwärts ist die Perle dieser schönen Stadt“, lobte er alle Anwesenden und holte aus, erläuterte Geschichte, Kontinuität, Erfolge, Geselligkeit, Familie, Abteilungen und all die aktiven, die dafür sorgen, das diese Perle nach 100 Jahren immer noch glänzt.

Der eine Martin verließ gerade die Bühne und man erwartete den Moderator wieder vor dem riesigen Jubiläumslogo, als sich von der Leinwand ein Timo meldete. Timo Boll, mit einem Gruß zum 100sten Geburtstag und einem Ausblick. Schließlich kommt der mehrfache Weltmeister im Dezember nach Ahlen.

Dann kam er aber. Martin Mall betrat die Bühne und der Vorhang schloss sich hinter ihm. Eine Abmoderation? Nicht im Geringsten, denn während der Moderator noch die Anwesenheit der Abteilungen prüfte, platzierten sich hinter dem Vorhang elf Männer im Frack. Es kamen zum Vorschein: Die Vorwärts-Harmonists. Die Sänger präsentierten die wohl bekanntesten Lieder aus ihrem Repertoire: „Mein grüner Kaktus“ und „Ich wollt ich wär‘ ein Huhn“, bevor sie einen ganz besonderen Titel ankündigten. Eine Hymne auf die DJK Vorwärts. Ein Lied, dass dem ein oder anderen wohl eine Träne entlockte. Schließlich war es Herbert Stemmer, der sich als erster von seinem Sitz erhob und lautstark applaudierte. Völlig zurecht folgten ihm alle, die bis dahin noch an ihren Plätzen saßen. Da schloss sich auch schon der Vorhang, doch die Menge klatschte weiter. So laut, dass der Dudelsackspieler, der den Anwesenden die Melodie noch einmal lautstark entgegenbrachte, kaum zu hören war. Schließlich war er auf der Bühne angekommen und der Vorhang öffnete erneut. „Wir wollten das eigentlich so stehen lassen“, trat Thomas Vienhues aus den Frackträgern hervor und begriff sofort: Das wird nichts. So wurde aus 1000 Leuten und dem eingeblendeten Refrain schnell der größte Chor, den diese Stadthalle wohl je gesehen hat.

Anschließend schloss sich der Vorhang wieder und Martin Mall wandte sich dem Publikum zu, um die VIP Entertainment Band anzukündigen. Die Künstler aus Münster heizten dem Saal daraufhin mächtig ein. Lockten schnell viele von Jung bis Alt auf die Tanzfläche und machten aus der offiziellen Gala schnell eine Party, die ebenfalls ihres gleichen sucht.

Wer sich nicht gerade auf der Tanzfläche aufhielt, der stand bei einem Kaltgetränk an einer der Theken. Klönte mit den Sportkameraden, oder besorgte sich direkt vor Ort Karten für die Partie der Tischtennis-Bundesliga.

Das bis in die späte Nacht hinein. Erst gegen 3:30 Uhr verließen die letzten Gäste die Stadthalle. Verständlich nach einem richtig geilen Abend bei einem richtig geilen Verein.

P.S.: Das soll es an dieser Stelle nicht gewesen sein. Freut euch in den nächsten Wochen auf reichlich Fotos und vielleicht auch das ein oder andere Video. Also: Unbedingt vorbeischauen!

   
   
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